Aus

Es war dunkel in meinem Kopf. Dieses konstante schwarze Etwas wand sich scharfzähnig um mein Gehirn, um die Areale, die Synapsen. Leider war ich kein Mädchen aus einem Märchen, es gab keine versteckten Sterntaler, kein Licht am Ende des Waldes. Keine Fee mit Zauberstab. Nur ein leeres Nichts, ein schwarzes Loch ohne Umrisse.

In meinem Mund breitete sich ein bitterer Geschmack aus, so ein Versagergeschmack, wie eine Ibuprofen ohne Wasser danach.

Ich saß fest. Mein Herz raste, meine Hände schwitzten. Ich klopfte mit dem Stift auf meinen Tisch, als könnte er die Dunkelheit vertreiben. „Lass das, Anna“, sagte die Lehrerstimme. Ich atmete aus, wieder ein. Es half nichts.

„Scheiß- Kreativauftrag“, dachte ich. Schon wieder sollte ich mir etwas aus den Fingern saugen, der Name „Licht“ musste vorkommen, verdammter Kleist. Ich gab auf. Malte einen Kreis. Schrieb „Wer nichts weiß, malt ’nen Kreis“ daneben. Gab ab. Verließ den Raum.

 

Und machte das Licht aus.

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