Er war so hell. Wie jede Nacht raubte er mir den Schlaf, sein Licht war für mich unaufhaltsam, gleißend, wie Geschrei, dem man nicht entkommen kann. Er brüllte fast in seiner Beschaffenheit, als gäbe es nur ein Ziel – meine volle Aufmerksamkeit. Ich sollte ihn tolerieren, sogar mögen, wie einen alten Vertrauten. Er drängte sich auf. Ein schlafloser, weißer, Augen fressender Mond zwischen den Schatten.
Ich versuchte zu fliehen. Drehte mich auf die Seite, steckte den Kopf unter die Bettdecke, atmete sogar leichten Staub ein. Ich spürte inmer noch den hellen, unaufhaltsamen Schein auf meinen Augenlidern. Es gab kein Entrinnen.
Ich hörte ein leises Klackern. Alina tippte. Ihr Mond war meine Nemesis. Das weiße Leuchten des Displays trieb mich in den Wahnsinn. Irgendwann würde ich den Mondspender zerbersten lassen. Das versprach ich mir.
