Im Novembernebel schritt er durch die Großstadt, das Pflaster roch nach Regen, die Menschen steckten ihre Nasen und Münder in Schal-Gebilde. Gleich würde er seine innere Kälte bekämpfen. Drei magische Tage waren vergangen, er wendete den Gedanken hin- und her, prüfte vorsichtig. Kaufte schließlich, was er benötigte. Heute war es soweit.
Er verließ die Stadt mit den schweigenden Schalmenschen, am Waldrand war es dunkel. Die alte, erhabene Eiche seufzte im Wind. Er dachte an Anna, ihre warmen Küsse, all die Geschichten unter den Baumblättern im Sommer, die karierte Picknickdecke und den Erdbeerduft ihres Kuchens. Anna war vielleicht etwas altmodisch, liebte die Natur, das Backen, die sommergetränkte Luft einer lauen Nacht. Vielleicht war er deswegen so vernarrt.
Mit dem Sommer ging auch Anna. Sie wollte plötzlich nach Australien, die dortige Natur sehen, mit dem Rucksack frei sein, eigentlich war Anna doch zu modern. Alle coolen Jugendlichen gingen nach Australien. Die Eichenzeit war vorbei. Er hatte sich getäuscht.
Er goss Benzin über den Baumstamm. Das Feuerzeug klackte leise und final. Die Flammen breiteten sich aus. Das Feuer brannte den Baum nieder und die Erinnerung an Annas Erdbeerküsse aus seinem Mund.
