Tür auf, Tür zu (Sweek, #MikroTür)

Einmal mache ich die Tür auf. Und mein Herz geht weiter, es geht auf, du bist immer bei mir. Bla-bla-bla. Ich sage mir den Text sinngemäß vor, während die Blicke auf mir sind, diese zerfressenden Blicke, die darauf warten, dass ich beginne, dass ich einen Fehler mache. Sie werden mich ansehen, durchbohren, fast innerlich zersetzen. Betrunken über mich lachen, während ich wie die Titanic untergehe, nur eben ohne Sterben. Die Geräusche sind ähnlich, in mir macht es gleich Glugg. Jemand zählt, das Bier in meiner Kehle singt schon. Los geht es. Ich atme ein und fange an zu gurgeln. Ich bin sowieso gearscht. Ich mache mich zum Affen, ich mache die Tür auf, innerlich falle ich auf dem Meeresboden. Nach einer Minute ist alles vorbei, ich spucke den Rest aus, das Lachen verschlingt mich. Nächste Woche werden sie immer noch kichern, diese Hyänen, die wieder die Flasche drehen. Ich kotze auf den Boden. Die Jugendherberge wird es aushalten. Ich muss hier weg. Die Hyänen mit der Kotze alleine lassen. Und auf einmal schreite ich hinaus, wie Celine Dion in dem Lied, das ich gerade gurgeln musste. Nur ohne Glitzerkleid. Ich lasse die Blicke hinter mir, das Getuschel summt noch in meinen Ohren. Ich lasse es summen, mache die Tür zu. Und renne los.

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