Ich werde Dich zur Rechenschaft ziehen. Dies ist der dritte Abend. Jeden Abend sitze ich nun in der Bar an der Ecke, das Klirren der Gläser könnte mein unstetes Gemüt beruhigen, der Gin könnte mein Gehirn zu Plüsch werden lassen, flauschig, angstfrei und weich. Du machst meine Abende zum Konjunktiv, ich ahne, dass Du Tropfen in Frauengetränke mischst, du bist ein widerlicher, kleiner Feigling, vielleicht hat deine Mutter Dich geschlagen, wahrscheinlich musst Du etwas kompensieren, in Deinem Kopf sind alle willig, mit Wahrnehmungsstörungen und Betonarmen, alle Deine, alle. Ich muss Dich auf frischer Tat ertappen.
Ich bestelle noch einen Gin Tonic. Du setzt Dich zu mir, heute ist mein Abend, an dem ich den Konjunktiv vertreibe, ihn in Stücke reiße, Dich eliminiere. Du bist so ahnungslos, stellst Dir schon vor, wie es in mein Glas tropft, während ich auf dem Klo sitze und eine Zeichnung in der Kabine fokussiere. In Deinem Kopf bin ich sicher der perfekte Akt, die wehrlose Schönheit mit dem glasigen Blick.
Ich gönne Dir den Spaß. Verschwinde, sitze lange in der bekritzelten Kabine, gehe Schritt für Schritt zurück. Du lächelst verheißungsvoll, reichst mir einen neuen Gin. Ich konzentriere mich, die Wut breitet sich aus, meine Arme werden schwarz und haarig, ich merke, wie mein Alter Ego die Macht übernimmt und danach verschlingt ein schwarzer Strudel alle Konjunktive und Dich.
Du liegst blutend auf dem Boden, Deine Eingeweide tanzen verworrene Tänze auf dem Boden, in den Lichtern der Bar, alle anderen Besucher fliehen. Meine Arme werden menschlich, ich atme ein, atme aus. Lasse Dich liegen und schreite in die kühle, herbstliche, befreiende Nacht.
